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Die Entwicklung des Gewissens bei Kindern mit ADHS

Wie kann man Kindern mit ADS/H richtig unterstützen?

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Leben mit hyperaktiven Kindern aus: Zeitschrift der LAG Erziehungsberatung

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Die Not der kleinen Nervensägen
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Es gibt Grund zur Sorgfalt, aber keinen Grund zur Sorge
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Gemeinsames Positionspapier der Landesärztekammer BW und des BV-AH zu ADHS

Was ist eine multimodale Therapie?

Warum eine Website für Aufmerksamkeitsstörungen und Hyperaktivität? - Unsere Ziele –

Was ist eine multimodale Therapie?

Laut Barkley beruht eine zielführende Behandlung des ADS auf fünf Säulen:

Die erste Säule ist die Aufklärung der Eltern über ADS. Es ist sehr wichtig, dass Eltern die Situationen, in denen Kinder mit ADS Schwierigkeiten haben können kennen, denn nur so kann das Kind gut unterstützt werden. Das Kind wird nun nicht mehr für Dinge, die es nicht beeinflussen kann, zur Rechenschaft gezogen. Kennen Eltern die biologischen Ursachen von ADS, können sie nun gezielt Verständnis und Unterstützung im Umfeld des Kindes einfordern. Genauso wichtig ist es aber, auch die positiven Eigenschaften der Kinder mit ADS zu kennen. Bestimmte positive Seiten haben nur unsere Kinder mit ADS. Sie sind die andere Seite der Münze.

Die zweite Säule ist das Eltertraining. Hier können Eltern lernen, den Alltag zu strukturieren, dem Kind geeignet zu helfen, zielführende Strategien anzuwenden und das Selbstwertgefühl des Kindes zu stärken. Wird dem Kind eine geeignete Unterstützung angeboten, können viele für das Kind schwierige Situationen vermieden werden. Das Kind hat in der Folge nicht mehr so viele Misserfolgserlebnisse, was sich positiv auf die Entwicklung seines Selbstwertgefühls auswirkt.

Die dritte Säule ist die Aufklärung des Kindes selbst. Dies ist unerlässlich, wenn sich das Kind wohler fühlen soll. Erst nach der Aufklärung kann das Kind seine Fähigkeiten und Schwierigkeiten richtig einschätzen und fühlt sich dem ADS nicht mehr ausgeliefert. Wichtig ist aber, dass die Aufklärung des Kindes in geeigneter Weise stattfindet. Das bedeutet, dass immer erst mit den positiven Dingen begonnen werden muss, die das Kind aufgrund seines ADS gut kann. Danach muss man ihm helfen schwierige Situationen einzuordnen. Es ist auch wichtig dem Kind zu erklären, dass das ADS durch eine Stoffwechselstörung hervorgerufen wird, damit es sich nicht weiterhin für faul oder blöd hält. Ein geeigneter Vergleich für ein Kind jüngeren Alters ist der mit der Brille. http://www.adhs.ch/add/akos.htm

Die vierte Säule ist ein Verhaltenstraining für das Kind. Hier lernen die Kinder gemeinsam mit anderen ADS-Kindern Strategien für eine Verbesserung der Aufmerksamkeit und für eine bessere Steuerung der Impulskontrolle kennen und anwenden. Das Verhaltenstraining für das Kind ist ebenso wichtig, wie das Elterntraining. Leider gibt es hierbei die Einschränkung, dass es noch nicht genug Trainingsplätze bei Verhaltenstherapeuten gibt, die eine spezielle Ausbildung für ADS-Kinder haben. So müssen sich Eltern und Kinder auf langen Wartelisten einreihen, wertvolle Zeit geht verloren. Hier wäre es aus Elternsicht wünschenswert, wenn sich Personen, die in Erziehungsberatungsstellen arbeiten, fortbilden und zielführende Trainings für Eltern und Kinder vor Ort anbieten.

Die fünfte Säule ist die medikamentöse Behandlung, die allerdings nur ein Arzt anraten und verschreiben kann. Die medikamentöse Behandlung verfolgt mehrere Ziele. Die wichtigsten sind, das Kind oder den Jugendlichen aus einer bestehenden Krise herauszuholen oder sie erst gar nicht in eine solche abrutschen zu lassen. Viele Kinder werden durch Einnahme von Medikamenten erst therapiefähig, das heißt, dass sie erst durch eine medikamentöse Behandlung in die Lage versetzt werden, die im Training vermittelten Strategien aufzunehmen. Denn was nützt das beste Therapiekonzept und der berühmteste Therapeut, wenn das Kind nicht die Konzentration aufbringen kann, der Therapie zu folgen? (-Genauso wenig, wie es in der Schule aufmerksam sein kann). Deshalb setzt Barkley die medikamentöse Behandlung an erste Stelle.

Da viele Kinder nicht nur ein reines ADS haben, sondern dieses oft von Teilleistungsstörungen, Wahrnehmungsstörungen, Schwierigkeiten der Motorik, Aggressivität, Depressionen etc. begleitet wird, ist es oft sinnvoll dem Kind auch in diesen Bereichen weitere Hilfen anzubieten.

Alle nachfolgend angeführten Therapien werden von der Krankenkasse bezahlt, wenn sie von einem Arzt verschrieben wurden oder sie werden vom Jugendamt über § 35a SGB VIII finanziert. Auch hierfür benötigt man ein ärztliches Gutachten.
 

Legasthenie-
therapie

  • hilft bei Schwierigkeiten des Lesens und Schreibens, LRS, Legasthenie
  • hilft nicht, wenn Rechtschreibschwierigkeiten überwiegend auf mangelnder Konzentration beruhen

Dyskalkulie-
therapie

  • hilft bei Rechenschwäche, im Sinne einer Teilleistungsstörung

Ergotherapie

  • hilft bei taktilen und kinestätischen Wahrnehmungsstörungen
  • hilft bei Schwierigkeiten in der Feinmotorik
  • hilft beim Erlernen und Einhalten von Arbeitssystematik und Routinen
  • ist nur dann wirkungsvoll, wenn der Therapeut sich intensiv mit ADS auseinandergesetzt hat und das Störungsbild umfassend kennt

Psycho-
motorik

 Moto-
therapie

Kranken-
gymnastik

  • hilft bei Schwierigkeiten der Grobmotorik und/oder der Körperkoordination
  • bei Schwierigkeiten der Lokomotion
  • hilft bei vestibulären Wahrnehmungsstörungen
  • bei entsprechender Kenntnis des Therapeuten kann soziale Kompetenz durch Einbauen von Elementen aus der Erlebnispädagogik traininiert werden

Logopädie

  • hilft bei Sprachentwicklungsverzögerungen und bei Sprachstörungen wie z.B. Stottern und Poltern
  • hilft bei auditiven Wahrnehmungsstörungen

Antiaggres-
sionstraining

soziales Kompetenz Training

  • hier lernen Kinder und Jugendliche ihre Aggressionen zu beherrschen, damit sie bei Wutausbrüchen weder andere noch sich selbst verletzen
  • die Schwelle für Wutausbrüche (Frustrationstoleranz) wird erhöht

Sehtraining

  • hilft bei Winkelfehlsichtigkeit, Störungen der Blickmotorik und bei visuellen Wahrnehmungsstörungen
  • wird in einer Sehrschule durchgeführt
  • falls eine Prismenbrille verordnet wird, muss immer parallel ein Sehtraining durchgeührt werden, da sich sonst eine dauerhafte Fehlsichtigkeit manifestieren kann

Erziehungs-
beratung

Familien-
therapie

  • hier erhalten Eltern Rat bei Problemen innerhalb der Familie, Problemen der Geschwister untereinander oder Schwierigkeiten in der Ehe
  • Voraussetzung sind profunde Kenntnisse des Beraters über das Störungsbild des ADS, damit nicht durch das ADS verursachte Probleme auf Störungen im Familiensystem zurückgeführt werden.

 

Alle aufgeführten Therapien sind nur dann sinnvoll, wenn eine entsprechende Indikation vorliegt. Jede Therapie ist belastend für das Kind. Es fehlt Zeit zum Spielen mit Freunden, denn zur Therapiezeit kommen noch Fahrzeiten hinzu.

Eine Therapie, die nur deshalb durchgeführt wird, um nichts auszulassen, stellt für das Kind eine hohe Belastung dar, ohne dass es einen Nutzen daraus ziehen könnte. Deshalb ist es wichtig, mit dem Arzt genau abzuklären, welche -zusätzlichen Therapien zu den oben genannten fünf Säulen- das Kind wirklich benötigt.

Kinder beobachten ihre Klassenkameraden sehr genau und wissen, dass diese mittags keine Therapietermine haben. Deshalb signalisiert jeder Therapietermin dem Kind, dass es zusätzliche Hilfe und Unterstützung benötigt, negativ ausgedrückt -und so empfinden es Kinder oft-, dass mit ihm etwas nicht in Ordnung ist.

Deshalb kann es sinnvoll und für das Kind entlastend sein, wenn man mit dem Kind zusammen Hobbys auswählt, die den gleichen gewünschten therapeutischen Effekt haben. Das Kind hat aber in diesem Fall nicht das Gefühl krank zu sein und es kann sein Hobby zusammen mit anderen Kindern ausüben, was die Integration fördert.

Geeignete Hobbys können sein:
 

Voltigieren

Reiten

Beide Sportarten können anstelle von Psychomotorik oder Mototherapie gewählt werden. Es wird die Grobmotorik gefördert, die Körperkordination, der Gleichgewichtssinn (vestibuläre Wahrnehmungsstörungen) und das Dosieren grober Kraft.
Darüber hinaus wird über den Umgang mit dem Tier die soziale Kompetenz und das Verantwortungsgefühl gestärkt.
Beim Putzen des Pferdes wird zusätzlich die Feinmotorik geschult.

Schwimmen

Schwimmen fördert die Grobmotorik, die Körperkordination, den Gleichgewichtssinn und gibt ein Gefühl für Kraftdosierung.

Singen im Chor

Das Singen trainiert die Aussprache auf spielerische Weise und kann deshalb eine sinnvolle Fortsetzung einer logopädischen Behandlung sein, um die Erfolge zur Überwindung einer Sprachentwicklungsverzögerung zu festigen.
Da man beim Singen gut zuhören muss, wird die auditive Wahrnehmung geschult.
In einer Gruppe zu singen, bedeutet viel gemeinsam zu tun, deshalb wird die soziale Kompetenz gefördert, zuhören können, abwarten können, bis die eigene Gruppe an der Reihe ist, in gleicher Lautstärke singen, wie die anderen Mitglieder.
Sehr schüchternen Kindern kann es helfen, sich in einer Gruppe zurechtzufinden.

Theater

An vielen Schulen oder Volkshochschulen werden kleine Theaterkurse für Kinder angeboten. Hier lernen Kinder deutlich zu sprechen, abzuwarten, gut zuhören und sich darzustellen ohne sich unangemessen in den Vordergrund zu drängen. Theater spielen ist ein gutes Training zur sozialen Kompetenz.

Judo

Judo fördert die Grob- und Feinmotorik, übt das Dosieren der Kraft und die Körperkordination. Judo ist ein sehr regelhafter Sport, in dem viel Wert auf Fairness gelegt wird, weshalb auch der Erwerb sozialer Kompetenz stark gefördert wird.
Judo ist aber nur dann geeignet, wenn das Kind es erträgt, mit einem anderen Kind direkten körperlichen Kontakt zu haben und es nicht empfindlich auf Berührungen reagiert.

asiatische Kampfsport-
arten

Sie fördern die Grobmotorik, die Dosierung der Kraft, die Körperkoordination und den Gleichgewichtssinn. Da diese Sportarten sehr rituell ausgeführt werden, fördern sie außerdem die soziale Kompetenz in Bezug auf Abwarten können, sich auf andere Einstellen können und Fainess.
Vorsicht ist geboten, wenn das Kind aggressiv ist oder häufig Wutanfälle bekommt, da es in diesen Sportarten Techniken erlernt, mit denen es andere schwer verletzen kann.

Musikinstru-
ment erlernen

Ein Musikinstrument zu erlernen fördert die Feinmotorik, die Körperkoordination und das Gleichgewicht. Außerdem wird die auditive Wahrnehmung geschult.
Zudem lernt das Kind regelmäßig für etwas zu üben und eine Tätigkeit durchzuhalten, da der Erfolg unmittelbar greifbar ist.
Kann das Instrument im Orchester gespielt werden, kommen alle positiven Aspekte des Erwerbs der sozialen Kompetenz, die bereits beim Singen und Theater spielen angesprochen sind, hinzu.

Pfadfinder

Jugendfeuer-
wehr

THW-
Jugend

Dies sind Gruppenaktivitäten mit festem Programm. Der Erwerb der sozialen Kompetenz steht an erster Stelle.
Ebenso wird durch die angebotenen Aktivitäten die Grob- und Feinmotorik, die Kraftdosierung, die Körperkoordination und das Gleichgewicht geschult.

 

Alle genannten Aktivitäten und Hobbys fördern weiterhin die Konzentration in hohem Maße.

Einige Anbieter versuchen mit dem Leid der Kinder und der Verzweiflung der Eltern Geld zu verdienen. Es werden wohlklingende Therapien angeboten und zugleich von Heilungsmöglichkeiten des ADS oder zumindest von dramatischen Erfolgen in kürzester Zeit gesprochen.

Selbst wenn Sie das Geld erübrigen können, um eine solche Therapie zu finanzieren, denken Sie bitte auch an die Wirkungen auf Ihr Kind. Mit dem Beginn einer Therapie wecken Sie neue Hoffnung in Ihrem Kind, es könnte ihm bei der Überwindung seiner Probleme geholfen werden. Das Kind geht nun zur Therapie, doch wenn Sie an einen unseriösen oder in Bezug auf ADS unqualifizierten Anbieter geraten, wird sich die Situation Ihres Kindes nicht dauerhaft bessern. Ihr Kind ist enttäuscht und wird sich fragen, warum sich nichts verändert hat.

Wenn Sie erkennen, dass es sich um einen unseriösen oder unqualifizierten Anbieter handelt, sollten Sie das Ihrem Kind erklären. So ist zumindest die Last von ihm genommen, dass es sich selbst für das Scheitern verantwortlich macht. Dennoch wird Ihr Kind diese Erfahrung erinnern, wenn Sie ihm die nächste Therapie vorschlagen. Bedingt durch diese negative Erfahrung wird die Kompliance des Kindes, seine Bereitschaft zur Mitarbeit, gemindert. Mehrere Erfahrungen dieser Art lassen das Kind therapiemüde werden und verhindern künftig eine erfolgreiche Therapie.

Wenn Sie unsicher sind, ob eine angebotene Therapie seriös ist, wenden Sie sich an eine Elterngruppe oder fragen Sie bei der Krankenkasse nach, ob die Kosten für die Therapie erstattungsfähig sind.

Haben Sie Erfahrung mit weiteren Hobbys, die Ihrem Kind Spaß machten und zugleich eine Therapie ersetzten oder ergänzten?
Dann schreiben Sie uns:
info(ät)ads-hyperaktivitaet.de

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