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ADS - Hyperaktivität

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Bei mir wurde ADS diagnostiziert
 

Ich habe mein ganzes bisheriges Leben daran gelitten. Ich war unheimlich nervös, ständig überfordert und beim kleinsten Druck ging irgendwas schief.

Schnell brachte mir das den Ruf des Chaoten, des Schussels oder des Versagers ein. Mein Selbstwertgefühl ging dabei natürlich auch flöten und so rechte Lust am Leben hatte ich auch nicht.

Der einzige Höhepunkt waren am Wochenende immer die Feste, bei denen ausgiebig Alkohol getrunken wurde. Im Rauschzustand ging es mir bestens, dann konnte ich die ganze Welt umarmen und war der König der Welt. Aber am nächsten Tag war die Welt wieder genauso wie immer und der Jammer sogar noch größer.

Nachdem ich mein ganzes bisheriges Leben an mir selber gezweifelt habe, immer am Rande der Gesellschaft gestanden habe, ist mir mein Sohn sozusagen zu Hilfe gekommen. Da er sehr zappelig war, sich schlecht konzentrieren konnte, haben wir einen Facharzt aufgesucht. Da wurde dann ADS diagnostiziert. Bei einer Besprechungen war ich auch mit anwesend, hier wurde unter anderem angesprochen, das ADS vererbt werden kann.

Wir haben uns dann auf Empfehlung des Arztes auch Fachliteratur besorgt. Beim Lesen habe ich dann so langsam gemerkt, das einige der Symptome, die in den Büchern zu lesen waren, auch in meiner Kindheit bei mir aufgetreten sind. Im nachhinein fielen mir auch einige der Symptome wieder ein, die bei der Besprechung mit der Kinderärztin erwähnt wurden, die bei mir aber auch zutrafen.

Mensch dachte ich, hast du vielleicht auch ADS? Ich habe mir von meinem Hausarzt dann eine Überweisung zum Neurologen und Psychiater geben lassen. Hier wurde dann auch bei mir ADS diagnostiziert. Ich kann gar nicht erzählen welch großer Stein von meinem Herzen fiel. Plötzlich war klar, ich bin nicht bekloppt, ich bin auch kein Vollidiot, nein ich habe eine Stoffwechselkrankheit.

Jetzt kann ich lerne damit umzugehen, mit Medikamenten die Sache soweit in den Griff bekommen, das ich alltagstauglich werde. Alleine diese Erkenntnis hebt mein Lebensgefühl um 100 %.

Alles was ich bis hier aufgeschrieben habe, habe ich schon vor einem halben Jahr aufgeschrieben, aber nie weggeschickt. Jetzt ist mir die angefangene Mail wieder vorgekommen und ich werde sie vervollständigen. In der Zwischenzeit bin ich in medikamentöser Behandlung (beruflich war keine Zeit für eine Therapie) und ich fühle mich viel viel besser. Mein Selbstwertgefühl ist gestiegen, meine Ängste sind bis auf ein gesundes Maß zusammengeschrumpft. Allein für diese Besserung nehme ich auch eventuelle Nebenwirkungen der Medikamente in Kauf. Vielleicht hilft meine Geschichte einigen Menschen, denen es genauso geht wie mir.

12/05

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