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Florian geb. 1997
 

Liebe Eltern,

ich habe auf dieser Seite schon viel gelernt und möchte einfach mal über meinen Sohn berichten.

Die Zeit von der Geburt bis zum Kindergarten verlief eigentlich relativ normal. Florian* war ein pflegeleichtes Baby. Er schlief recht viel, das Stillen klappte prima und er entwickelte sich gut. Mit etwas über einem Jahr konnte er laufen, mit dem Sprechen dauerte es allerdings ein wenig, war aber kein Grund zur Besorgnis, manche Kinder sind eben in einigen Dingen später dran.

Die Kinderärztin war immer zufrieden mit seiner Entwicklung. Florian war zwar ein lebhaftes Kind, aber wir haben das einfach so hingenommen, hielten es für normal.

Dann kam Florian in den Kindergarten. Er fühlte sich dort sehr wohl, hatte keinerlei Trennungsängste und alle Erzieherinnen waren begeistert, weil er so ein aufgewecktes und interessiertes Kind war. Im zweiten Jahr fingen dann die Probleme an. Immer öfter bekam ich zu hören, dass Florian Regeln nicht einhielt, beim Stuhlkreis nicht mitmachen wollte und andere Kinder ärgern würde. Teilweise würde er regelrecht aggressiv reagieren. Er wurde dann z. B. vom Bauteppich verwiesen, durfte nicht zu den anderen in den Sandkasten und musste statt dessen bei den Erzieherinnen sitzen.

Auch zu Hause wurde es immer problematischer. Vor allem wenn noch andere Kinder da waren, drehte Florian regelrecht auf und “ging über Tische und Bänke”.

Er bekam immer häufiger heftige Wutanfälle und war kaum noch zu bändigen. Teilweise hatten wir das Gefühl, wir erreichen ihn überhaupt nicht mehr. Es war ein ständiger Kampf und die Nerven lagen oft blank.

Andererseits konnte er sich auch sehr lange mit seinen Legosteinen oder Fischertechnik beschäftigen und baute daraus die tollsten Dinge. Er wollte schon früh einfach alles wissen und löcherte uns mit vielen Fragen. Häufige Besuche in der Bücherei waren die Folge, da wir seinen Wissensdurst sonst nicht stillen konnten.

Schließlich kam die Schuluntersuchung. Es war der reinste Horror, da Florian fast alles verweigerte und wir nochmals hingehen mussten. Der zweite Versuch verlief jedoch auch nicht viel besser. Abschließend wurde uns mitgeteilt, dass Florian nicht schulreif wäre und ein Jahr in den Schulkindergarten sollte. Er hatte Probleme mit der Feinmotorik, Schwierigkeiten bei der Wahrnehmung und ein katastrophales Sozialverhalten. Gleichzeitig wurde uns geraten, ihn zu einer Heilpädagogin zu schicken.

Florian kam also in den Schulkindergarten. Dort war es von Anfang an sehr schwierig. Schon beim ersten Elterngespräch bekam ich zu hören, dass Florian keine Regeln einhalten könnte und ständig den Unterricht stören würde. Teilweise würde er einfach aufstehen, durch die Klasse laufen oder sich unter dem Tisch verkriechen. Er konnte sich nicht in die Gruppe integrieren und es gab häufig Probleme bei der Zusammenarbeit mit den anderen Kindern.

Gleichzeitig wurde ihm jedoch eine schnelle Auffassungsgabe, reges Interesse, Kreativität und ein umfangreiches Allgemeinwissen bescheinigt.

Bei der Heilpädagogin gab es wenig Probleme, Florian ging und geht gerne dort hin, denn dort wird er gefordert und ist der Mittelpunkt. In diversen Gesprächen schilderte ich jedoch immer wieder die Situation zuhause und im Schulkindergarten und schließlich kam die Sprache auf ADS. Die Heilpädagogin riet uns, Florian doch einmal testen zu lassen und gab uns auch eine Empfehlung für einen entsprechenden Kinderarzt.

Daraufhin habe ich im Internet nach Infos gesucht und diese Seite gefunden. Beim Stöbern hatte ich im Hinblick auf Florian viele “Aha-Erlebnisse”.

Es folgten Gespräche beim Kinderarzt und Florians Lehrerin und wir mussten Fragebögen ausfüllen. Nach Auswertung dieser Fragebögen und eines Berichtes der Lehrerin über Florians Verhalten in der Klasse kam der Arzt recht schnell zu dem Ergebnis ADHS. Außerdem wurde auch noch ein Intelligenztest durchgeführt. Florian erreichte ein sehr gutes Ergebnis und lag damit im oberen Bereich seiner Altersklasse.

Nachdem die Diagnose feststand, erfolgte nochmals ein ausführliches Gespräch und es wurde uns der weitere Weg erläutert. Der Arzt hat uns zu einer Medikamenteneinnahme geraten, da er andere Therapiemaßnahmen, wie z. B. Ergotherapie für wenig aussichtsreich hielt. Der Besuch bei der Heilpädagogin soll jedoch erstmal als begleitende Maßnahme erhalten bleiben.

Florian bekommt nun seit ein paar Wochen 2 x 1/2 Tablette Medikinet und wir sind von der Wirkung angenehm überrascht. Florian wirkt viel ausgeglichener und ist wieder ansprechbar, auch in schwierigen Situationen. Außerdem hat sich seine Konzentrationsfähigkeit sehr gesteigert. Die Wutanfälle haben nachgelassen und sind auch nicht mehr so heftig.

Im September kommt er in die 1. Klasse und wir sind sehr gespannt, wie es dort weitergehen wird. Der Kinderarzt hat davon gesprochen, dass Florian möglicherweise aufgrund seiner Intelligenz unterfordert sein könnte und uns dazu geraten, uns mit der Möglichkeit zu befassen, dass er eine Klasse überspringen könnte. Wir werden einfach abwarten, was passiert.

Auf alle Fälle sind wir jetzt alle viel zufriedener und das Familienleben ist um einiges entspannter als vorher.

August 2004

                                                                      * Namen sind geändert

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