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Gästebuch

Nico
7 Jahre
 

Hallo zusammen, wenn ich mit der Geschichte über meinen Sohn Nico* (7Jahre) weiterhelfen kann, tue ich das gern!

Als ich aus dem Kindergarten die ersten, hinter der Hand geäußerten "Geschichten" über meinen Sohn Nico zu hören bekam, habe ich sein Verhalten auf die Tatsache zurückgeführt, dass ich mich von seinem Vater getrennt hatte und wir in eine eigene Wohnung gezogen waren.

Ich lernte meinen jetzigen Mann kennen und wir machten einen Neuanfang in einer anderen Stadt, anderen Umgebung, aber an Nico's Verhalten änderte sich nichts.

Zu Hause war alles kein Problem, jedes Kind ist mal bockig, jedes mal schlecht gelaunt und jeder Mensch ist mal unruhig.......

Aber dann kamen die "Horrorstories" aus dem Kindergarten!

Nico will immer der Beste, der Erste und der Beachtetste sein..... wenn nicht, dann wird geschlagen, gedroht, geschmollt.... die anderen Kinder haben Angst vor ihm..... die Erzieherinnen kommen nicht an ihn heran, er blockt, hört nicht zu, ignoriert jeden Versuch einer Aufklärung...... er tritt und beißt die Erzieherinnen...... sich in eine große Gruppe Gleichaltriger zu integrieren scheint unmöglich zu sein.... er scheint oft in "seiner Welt" zu sein und dann tritt so eine Art TIC auf, er läuft auf und ab, berührt vor dem Körper gehalten seinen Finger und spielt mit ihnen, als würde er das "zehn kleine Zappelmänner - Spiel" spielen...... er hat aber auch Freunde, bei denen er spielen und toben kann, ohne dass auch nur einmal etwas Negatives auftritt......

Wir wenden uns an den Kinderarzt, sogar mit einer im Kindergarten gemachten Videoaufnahme seines TIC's...... Der Kinderarzt empfielt uns zuerst, in eine neurologische Klinik zu gehen, um auszuschließen, dass es sich um einen neurologischen Defekt handelt.... Das war schnell ausgeschlossen......

Der nächste Schritt ist der Besuch und die Untersuchungen bei einer Kinder- und Jugendpsychologin, nach deren Tests er dann eine Ergotherapie auf Grund von sensomotorischen Störungen bekommt...... von ADHS noch kein Wort...... als sich daraufhin nach Monaten keine Besserung des Sozialverhaltens einstellt, habe ich die Kindergärtnerin, die sich wirklich aufopfernd und liebevoll um Nico gekümmert hat, mitgenommen zu einem Verlaufsgespräch bei der Psychologin..... daraufhin kam die sofortige und für mich "vernichtende" Diagnose ADHS....... Aber ansonsten keinerlei weitere Hilfe oder Angebot zu irgendwas....... Meine Freundin, die ebenfalls ein hyperaktives Kind hat, brachte mich auf die Idee, mich an die Kinder- und Jugendpsychatrie in den Rheinischen Landeskliniken in Bonn zu wenden. Dort wurden ersteinmal Vorgespräche geführt und wir kamen auf die Warteliste für die Tagesklinik.

Die Zeit verging.

Nico kam am 16.09.2003 in die Schule und da ich berufstätig bin, ging er dort auch in die Nach-Schul-Betreuung..... wo die Probleme und die Agressivität auch weiter auftraten.

Während des Schulunterrichts muss er an einem Einzeltisch sitzen, weil er "die Hände nicht bei sich halten kann"...... er hat oft Krach mit seiner Lehrerin, weil er sich Dinge, wie eine andere Schreibhaltung nicht zeigen lassen will und sofort "bockig" wird und nichts mehr an sich ranlässt......

Zu Beginn der Herbstferien kam dann der Anruf, dass ein Platz in der Tagesklinik frei geworden ist und nun wird er dort seit 2 Wochen untersucht, sein Verhalten beobachtet, er hat Ergotherapie, Heilpädagogen beschäftigen sich mit den Kindern und ab Montag wird ein Doppelblindversuch mit Ritalin gestartet.

Ich muß zugeben, dass ich skeptisch bin, was das Ritalin betrifft, denn die Schlagzeilen über das Medikament sind ja einschlägig bekannt. Aber es gibt auch keine schulmedizinische Alternative dazu und wie ich eben auch auf eurer Seite gelesen habe, gibt es auch gute Erfolge damit.

Jetzt hoffe ich darauf, dass ich das richtige für mein Kind getan habe und wir endlich, nach über anderthalb Jahren Irrfahrt, da angekommen sind, wo Nico und auch uns als seiner Familie geholfen werden kann.

Die Belastung für uns alle ist groß, nicht nur die 170 km Autofahrt pro Tag, der Kostanaufwand, der daranhängt und die Zeit, die am Tag im Auto verbracht wird, auch die neue Umgebung für Nico, Ärzte, Pfleger/Innen, Test und das nicht mehr mit den Freunden in die Schule gehen, belastet wieder sehr, aber ich hoffe, dass es das alles Wert ist.

Ich kann nur jedem sagen: Gebt nicht auf!! An Initiativen wie eurer kann mann sehen, dass man nicht allein ist!!

Liebe Grüße

August 2004

                                                                      *Namen sind geändert

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