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Ritalingabe in der Schule
 

Immer wieder stellt sich die Frage, ob LehrerInnen mitgeteilt werden soll, dass Kinder medikamentös behandelt werden, oder ob LehrerInnen gar verpflichtet sein, den Kindern das Medikament zu geben.

Zur Entscheidungsfindung können evtl. diese beiden Beiträge aus dem Deutschen Ärzteblatt beitragen:

Quellennachweis: Deutsches Ärzteblatt 98, Heft 33 vom 17.08.01, Seite A-2068

Kanders, Joseph
Hyperaktivitätsstörungen: Lehrer greifen in die Therapiehoheit ein

Kinder- und Jugendärzte kritisieren das Einnahmeverbot von Ritalin und Medikinet an einigen Schulen Deutschlands.

An meiner Schule werden keine Rauschmittel genommen!“ Barsch herrschte der Schulleiter eines Gymnasiums einen seiner Schüler an und verbot ihm, das vom Arzt verordnete Medikament Ritalin während der Schulzeit zu schlucken. Methylphenidat, besser unter den Handelsnamen Ritalin oder Medikinet bekannt, gehört zu jenen Medikamenten, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen und nur auf BTM-Rezept verordnet werden dürfen. „Das macht süchtig“, meinte der Schulleiter. Deshalb dulde er die Einnahme solcher Mittel an seiner Schule nicht.
Dass er damit in die Therapiehoheit des behandelnden Arztes eingriff, störte den Pädagogen offenbar wenig. Auch nicht, dass er sich nicht einmal der Mühe unterzog, zunächst mit dem behandelnden Arzt Rücksprache zu halten.

Aufklärung und Hilfe für Eltern.
Nicht wenige Lehrer stehen der medikamentösen Behandlung der Kinder und Jugendlichen, die unter einer Aufmerksamkeitsdefizit- oder Hyperaktivitätsstörung (ADHS) leiden, skeptisch bis ablehnend gegenüber. „Viele Pädagogen wissen nicht, dass es sich hierbei um eine organische Erkrankung handelt, die auf einen Mangel an Botenstoffen wie Dopamin beruht. Dieser Mangel ist eben nur durch Medikamente zu verbessern“, stellt Dr. med. Jörg Schriever, Leiter der Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin am Kreiskrankenhaus in Mechernich (Eifel), fest. „Wir halten es daher für dringend geboten, mehr über diese Störung des Hirnstoffwechsels aufzuklären und den Eltern von Träumsusen und Zappelphilippen die notwendige Hilfe angedeihen zu lassen“, führt Schriever während der Jahrestagung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte Deutschlands in Karlsruhe aus.

Eindeutig Stellung bezieht auch der Forchheimer Kinder- und Jugendarzt Dr. med. Klaus Skrodzki: „Wir weisen jeden Vorwurf des leichtsinnigen Umgangs mit dem Rezeptblock zurück.“ Das Medikament sei für die Behandlung von ADHS unverzichtbar und genauso wichtig wie die Brille für das kurzsichtige Kind. Skrodzki hat vor einigen Jahren einen Verein gegründet, der sich um Aufklärung, Fortbildung von Ärzten, aber auch um Informationsabende für Lehrer und Kindergärtnerinnen sowie Elternselbsthilfegruppen kümmert. Inzwischen haben sich der „Arbeitsgemeinschaft Aufmerksamkeits- Defizit- Hyperaktivitäts- Störung“ (AG ADHS) 400 Kinder- und Jugendärzte angeschlossen. Von den 350 000 betroffenen Kindern in Deutschland werden, so Prof. Dr. med. Hermann Schulte-Wissermann (Kinderklinikum Krefeld,) derzeit nicht einmal ein Viertel entsprechend behandelt. In den USA dagegen seien es mittlerweile 80 Prozent. Auch bei den gesetzlichen Krankenkassen müsse mehr Interesse für das Krankheitsbild ADHS geweckt werden .

Nachgefragt

DÄ: Was würden sie Eltern oder Ärzten raten, die damit konfrontiert werden, dass ein Lehrer ein Einnahmeverbot für ein Medikament verhängt hat?
Prof. Windorfer: Anstelle der Eltern oder des Arztes würde ich mich mit dem Schulaufsichtsamt in Verbindung setzen und dagegen vorgehen, dass ein Lehrer sich um therapeutische Fragen kümmert, die ihn wirklich nichts angehen. Weder der Rektor noch der Klassenlehrer können einen Schüler wegen der Therapie aus der Klasse ausschließen. Das ist rechtlich nicht möglich.

DÄ: Steckt hinter einem solchen Verbot Unwissenheit, wissen Lehrer überhaupt, dass hinter dem Zappelphilipp ein genetischer Defekt des Hirnstoffwechsels steckt?
Prof. Windorfer: Sie können von einem Lehrer nicht verlangen, dass er solche Zusammenhänge kennt. Da überfordert man den Lehrer. Andererseits wird auch nicht darüber informiert, welche Asthmatherapie oder welche Therapie bei einer psychiatrischen Erkrankung eingesetzt wird. Da hat er ebensowenig zu entscheiden, ob das medikamentös oder psychotherapeutisch geschieht.

DÄ: Sollte der Arzt die Lehrer nicht über die Therapie und die damit verbundenen Notwendigkeiten unterrichtet?
Prof. Windorfer: Ich will jetzt mal die Lehrer vertreten. Sie sollen das ausbügeln, was in den Familien und in der Gesellschaft mit den Jugendlichen nicht klappt. Sie sollen den jungen Epileptiker betreuen, bei sexuell übertragbaren Erkrankungen in der Schule Vorbeugung leisten, mit suchtkranken Schülern arbeiten und fertig werden. Also ich finde schon, dass man von Lehrern hinsichtlich gerade der vielfältigen gesundheitlichen Fragen sehr viel verlangt. Dennoch: Es treten immer wieder Probleme auf, weil Lehrer manchmal unangemessen reagieren. Eingriffe in die Therapiehoheit dürfen nicht sein, da muss die Schulaufsichtsbehörde einschreiten.

9/2001

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